Marcel Fratzscher: Der DIW-Chef, der Deutschlands Wirtschaftsdebatten prägt

Marcel Fratzscher leitet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin seit 2013 – und von der griechischen Rettungskrise bis zu den deutschen Ausgabenpaketen von 2025 ist er eine der beharrlichsten Stimmen des Landes in der Wirtschaftspolitik geblieben.

6 min read
Also in:English
Marcel Fratzscher (Präsident DIW Berlin)Foto: Stephan Röhl
Photo: Heinrich-Böll-Stiftung from Berlin, Deutschland / CC BY via Wikimedia Commons · source

Marcel Fratzscher leitet seit 2013 das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Von der Griechenland-Rettung bis zu den Ausgabenpaketen 2025 zählt der Ökonom zu den prägendsten Stimmen der deutschen Wirtschaftsdebatte.

[0] Marcel Fratzscher steht seit 2013 an der Spitze des DIW Berlin, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, und zählt damit zu den beständigsten Stimmen in Deutschlands Wirtschaftsdebatten. Der Präsident des Berliner Instituts äußert sich seit mehr als einem Jahrzehnt zur Finanzpolitik des Landes, zu seiner Rolle in der Eurozone und zur Frage, wer für Deutschlands Zukunft zahlen soll. Fratzscher kam von der Europäischen Zentralbank in Frankfurt zum DIW Berlin, wo er die Abteilung für internationale Politikanalyse geleitet hatte. Er ist Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin und lehrt internationale Finanzwirtschaft im Promotionsprogramm für Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität Frankfurt. Seine Kommentare erreichen internationale Leser unter anderem über die Financial Times, die Deutsche Welle und die Irish Times. Seine Interventionen bleiben aktuell. 2025 forderte er laut Börsen-Zeitung einen unabhängigen Fiskalrat für Deutschland und äußerte sich zu Finanzpaketen für Infrastruktur und Verteidigungsinvestitionen. Berichten zufolge schlug er außerdem vor, dass die Babyboomer mehr zahlen sollten.

[5] Der Ökonom an der Spitze des DIW Berlin

[6] Marcel Fratzscher steht seit 2013 an der Spitze des DIW Berlin, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Das in Berlin ansässige Institut zählt zu den führenden Wirtschaftsforschungseinrichtungen des Landes, und seine Präsidentschaft hat ihn seit mehr als einem Jahrzehnt ins Zentrum der deutschen Wirtschaftsdebatte gerückt.

Neben seiner Tätigkeit am Institut hat er eine Professur an der Humboldt-Universität zu Berlin inne und lehrt internationale Finanzwirtschaft im Promotionsprogramm der Wirtschaftswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt. Vor seinem Wechsel zum DIW Berlin leitete er die Abteilung für internationale Politikanalyse bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

Diese Verbindung aus akademischen Ämtern und politischer Praxis hat ihn zu einer festen Größe in der öffentlichen Debatte gemacht. Seit zwei Jahrzehnten äußert er sich regelmäßig in deutschen und internationalen Medien zu den Fragen, die Europas größte Volkswirtschaft bewegen – von der Euro-Krise bis zum Zustand der deutschen Staatsfinanzen.

Von der EZB an die Spitze des Berliner Wirtschaftsforschungsinstituts

Bevor Marcel Fratzscher die Leitung eines der einflussreichsten deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute übernahm, arbeitete er im Herzen der europäischen Geldpolitik. Er leitete die Abteilung für internationale Politikanalyse bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt – eine Position, die ihm einen unmittelbaren Einblick in die inneren Abläufe der Eurozone verschaffte.

2013 wechselte er nach Berlin und wurde Präsident des DIW Berlin, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Die Irish Times berichtete 2014 über seine Übernahme des Instituts.

Neben dem DIW-Präsidentenamt hat Fratzscher eine Professur an der Humboldt-Universität zu Berlin inne. Zudem lehrte er internationale Finanzwirtschaft im Promotionsprogramm der Wirtschaftswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt – und behielt so einen Fuß in Frankfurt, der Stadt, in der seine Karriere als Zentralbanker begann. Die Verbindung aus politischer Praxis und akademischen Ämtern prägt sein Profil als Ökonom, der sich zwischen Forschung, Lehre und öffentlicher Debatte bewegt.

  1. Leitete die Abteilung für internationale Politikanalyse bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt

  2. Wurde Präsident des Berliner Wirtschaftsforschungsinstituts DIW Berlin

  3. Die Irish Times berichtete über seine Übernahme der Leitung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin

  4. Die Deutsche Welle veröffentlichte ein Interview mit ihm während des Streits zwischen Griechenlands Finanzminister und den Euro-Partnern über die Verlängerung des Hilfsprogramms für das Land

  5. Die Financial Times veröffentlichte einen Beitrag, in dem er die Schattenseiten der deutschen Wirtschaft erörterte

  6. Beteiligte sich gemeinsam mit Olivier Blanchard an einer INOMICS-Umfrage

  7. Forderte in einem Interview der Börsen-Zeitung die Einrichtung eines unabhängigen Fiskalrats in Deutschland

  8. Kommentierte deutsche Finanzpakete zur Finanzierung zusätzlicher Investitionen in Infrastruktur und Bundeswehr

  9. Schlug als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung vor, dass die Babyboomer mehr zahlen sollten

Eine Stimme in den heißesten Debatten der Eurozone

Fratzscher hat sich wiederholt in die kontroversesten Wirtschaftsdebatten Deutschlands eingeschaltet. Im Februar 2015, als der griechische Finanzminister mit den Partnern der Eurozone über die Verlängerung des Rettungspakets für das Land stritt, veröffentlichte die Deutsche Welle ein Interview mit ihm. Was er dort sagte, geht aus dem Dossier nicht im Einzelnen hervor – doch der Zeitpunkt rückte ihn ins Zentrum des erbittertsten Streits, den die Währungsunion in jener Zeit erlebte.

Drei Jahre später richtete er den Blick nach innen. Im März 2018 veröffentlichte die Financial Times einen Beitrag, in dem Fratzscher die Schattenseiten der deutschen Wirtschaft thematisierte – ein bemerkenswerter Eingriff des Chefs eines der führenden Forschungsinstitute des Landes, zu einer Zeit, in der Deutschland eher gelobt als kritisiert wurde. Welche Schwächen er konkret benannte, ist den vorliegenden Quellen nicht zu entnehmen.

Fiskalräte, Verteidigungsausgaben und die Babyboomer

Auch in den jüngeren Jahren war Fratzscher in den wirtschaftspolitischen Debatten Deutschlands kontinuierlich präsent. Im Juni 2024 beteiligte er sich der Website zufolge gemeinsam mit Olivier Blanchard an einer Umfrage von INOMICS.

Bis 2025 hatte sich sein Augenmerk weitgehend auf die Staatsfinanzen verlagert. In einem im März 2025 von der Börsen-Zeitung veröffentlichten Interview forderte er der Zeitung zufolge die Einrichtung eines unabhängigen Fiskalrats in Deutschland. Etwa zur selben Zeit äußerte er sich Berichten zufolge zu den deutschen Finanzpaketen, mit denen zusätzliche Investitionen in Infrastruktur und Bundeswehr finanziert werden sollen.

Auch zur Frage, wie die Kosten zwischen den Generationen verteilt werden sollten, bezog er Stellung. Als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung schlug er 2025 Berichten über seine Äußerungen zufolge vor, dass die Babyboomer mehr zahlen sollten.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist Marcel Fratzscher?

Marcel Fratzscher ist ein deutscher Ökonom und seit 2013 Präsident des DIW Berlin, des Berliner Wirtschaftsforschungsinstituts. Er ist Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin und lehrt internationale Finanzwirtschaft im Promotionsprogramm für Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität Frankfurt. Vor seiner Zeit an der Spitze des DIW Berlin leitete er die Abteilung für internationale Politikanalyse bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

Wann wurde Marcel Fratzscher Leiter des DIW Berlin?

Marcel Fratzscher wurde 2013 Präsident des DIW Berlin, des Berliner Wirtschaftsforschungsinstituts, das auch als Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung bekannt ist. Die Irish Times berichtete 2014 über seine Übernahme der Institutsleitung. Das genaue Datum im Jahr 2013, an dem er das Präsidentenamt antrat, geht aus den vorliegenden Quellen nicht hervor.

Was hat Marcel Fratzscher vor seiner Zeit beim DIW Berlin gemacht?

Vor seinem Wechsel an die Spitze des DIW Berlin leitete Marcel Fratzscher die Abteilung für internationale Politikanalyse bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Beginn und Ende dieser Tätigkeit gehen aus den Quellen nicht hervor. 2013 wechselte er von der EZB an das Präsidentenamt des Berliner Instituts.

Was hat Marcel Fratzscher zur deutschen Finanzpolitik gesagt?

Nach Angaben der Börsen-Zeitung forderte Fratzscher in einem Interview im März 2025 die Einrichtung eines unabhängigen Fiskalrats in Deutschland. Außerdem äußerte er sich zu den deutschen Finanzpaketen, mit denen zusätzliche Investitionen in Infrastruktur und Bundeswehr finanziert werden sollen. Berichten aus dem Jahr 2025 zufolge schlug er als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zudem vor, dass die Babyboomer mehr zahlen sollten.

Welche Medienauftritte und Interviews hat Marcel Fratzscher gegeben?

Die Deutsche Welle veröffentlichte im Februar 2015 ein Interview mit ihm, als sich der griechische Finanzminister mit den Euro-Partnern über die Verlängerung des Hilfsprogramms für das Land stritt. Die Financial Times veröffentlichte im März 2018 einen Beitrag, in dem er über Schattenseiten der deutschen Wirtschaft sprach. Im Juni 2024 beteiligte er sich Berichten zufolge gemeinsam mit Olivier Blanchard an einer Fragebogenaktion von INOMICS.

Compiled from reporting by 10 independent outlets. How we source our reporting.

More news